Kiel ist nett


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Stadtgeschichte



Um 1233 wurde Kiel von Graf Adolf IV. von Holstein auf einer flutsicheren Anhöhe über der Kieler Förde gegründet. Der ursprüngliche Name „Holstenstadt tom Kyle“ (Holstenstadt an der Förde) wurde im täglichen Sprachgebrauch zu „tom Kyle“ (das y im Namen ist ein langes i) verkürzt und schließlich zu Kiel.

1242 erhielt Kiel die Stadtrechte verliehen. Der sturmsichere Tiefwasserhafen sollte nach den Plänen des Grafen zu einem Schwerpunkt des Ostseehandels werden, doch Kiels Handel blieb weit hinter dem Lübecks und Flensburgs zurück. Obgleich Kiel ab 1283 mehr als 200 Jahre Mitglied der Hanse war, blieb die Stadt an der Förde lange Zeit nur ein regional bedeutsames Zentrum.

Sehr viel bedeutender als die Aktivitäten und Privilegien der Hanse war der Kieler Umschlag, der 1469 erstmals erwähnt wird, aber wohl schon länger bestand. In der Woche des Kieler Umschlags trafen sich Geschäftsleute aus dem ganzen Land, um Finanzgeschäfte abzuwickeln. Anschließend feierte man ein großes Fest, aus dem in neuerer Zeit ein dreitägiges Volksfest hervorging, das heutzutage alljährlich im Februar zahlreiche Besucher anzieht.

Bis weit in das 16. Jahrhundert blieb das besiedelte Gebiet weitgehend auf die kleine Altstadt beschränkt. Eine erhebliche Belebung brachte 1665 die Gründung der Christian-Albrechts-Universität durch Herzog Christian Albrecht von Gottorf. Eine Belebung, der die Kieler Bürger zunächst mit wenig Begeisterung gegenüberstanden, denn die Stadt hatte nicht nur die für den Universitätsbetrieb notwendigen Gebäude zur Verfügung zu stellen, sondern auch die häufig flegelhaften Studenten – bei einer Einwohnerzahl von nur ca. 4.000 Menschen im Jahr 1700 gab es über 300 Studenten – zu erdulden.

Historische Stadtansicht


Nachdem die Gottorfer Herzöge als Folge des Großen Nordischen Kriegs 1721 ihre Besitzungen in Schleswig verloren hatten, wurde Kiel für rund ein halbes Jahrhundert zur Residenz und zum Zentrum des verbliebenen Territoriums. Hier wurde im Jahr 1728 der spätere russische Zar Peter III. als Sohn des Herzogs Karl-Friedrich von Schleswig-Holstein-Gottorf geboren. Als Zar plante Peter einen Feldzug gegen Dänemark, doch sein früher Tod 1762 ersparte Kiel einen weiteren Krieg.

Peters Witwe, Zarin Katharina die Große, überließ im Jahr 1773 die Reste des Herzogtums – und damit auch Kiel – dem dänischen König. Kiel wurde in der Folge für einige Jahre Teil Dänemarks.

1815 wurde Kiel Mitglied des Deutschen Bundes und gehörte damit formal wieder zu Deutschland.

1848 war Kiel Schauplatz der so genannten Schleswig-Holsteinischen Erhebung. Es konstatierte sich eine provisorische schleswig-holsteinische Regierung mit dem Ziel, die beiden Herzogtümer in einem Krieg von der dänischen Krone zu lösen. Dieser Versuch, souveränes Mitglied im Deutschen Bund zu werden, scheiterte allerdings.

Erst 1864 kam es zur Eroberung Schleswig-Holsteins durch Preußen und Österreich im Deutsch-Dänischen Krieg. Kiel hatte zunächst für kurze Zeit einen österreichischen Statthalter und wurde dann von Preußen annektiert. Der Preußische König ordnete die Verlegung der Ostsee-Marinestation von Danzig nach Kiel an und Kiel entwickelte sich ab diesem Zeitpunkt rasch zur Großstadt. 1867 wurde Kiel „Kriegshafen“ des neu gegründeten norddeutschen Bundes und 1871 zum „Reichskriegshafen“ des neu gegründeten Deutschen Reichs.

1895 folgte die Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Kanals, des heutigen Nord-Ostsee-Kanals, der schon bald die am meisten befahrene künstliche Wasserstraße weltweit wurde und Kiel zum Haupthafen der deutschen Kriegsflotte werden ließ.

Der Marine folgten die Werften, den Werften folgten die Arbeiter. Innerhalb weniger Jahrzehnte wuchs die Bevölkerungszahl geradezu explosionsartig. Um 1900 hatte Kiel schon mehr als 100.000 Einwohner. Bis 1918 war die Einwohnerzahl auf 300.000 angestiegen.

Mit dem Kieler Matrosenaufstand begann 1918 die Revolution in Deutschland, der Erste Weltkrieg endete. Dies führte zur ersten deutschen Demokratie, der Weimarer Republik.

Kiel hatte stark unter den Folgen des Ersten Weltkrieges zu leiden, insbesondere unter dem Abbau der Marine.

Die Wirtschaft brach beinahe vollständig zusammen. Auch aufgrund der schweren Wirtschaftskrise hatten die Nationalsozialisten in Kiel bereits früh zahlreiche Anhänger.

Die Hochrüstung unter der nationalsozialistischen Herrschaft führte erneut zu einer sehr einseitigen Ausrichtung auf militärische Produktion und führte dazu, dass Kiel als großer Militär- und Rüstungsstandort zu einem der Hauptangriffsziele für die alliierten Bomber im Zweiten Weltkrieg wurde. Nach mehr als 90 Bombenangriffen war Kiel am Ende des Zweiten Weltkrieges zu mehr als 80% zerstört.

Unter der britischen Besatzung ab 1945 wurde Kiel Hauptstadt des neuen und eigenständigen Landes Schleswig-Holstein. Von der städtischen Bevölkerung – darunter viele Flüchtlinge – wurde die Stadt nach damals völlig neuen Gesichtspunkten fast vollständig neu aufgebaut. So entstand beispielsweise schon 1953 mit der Holstenstraße als Einkaufsmeile eine der ersten Fußgängerzonen in Deutschland. Eine andere Konsequenz hieraus sind allerdings auch einige wirklich nur schwer zu entschuldigende „Bausünden“, die nicht unerheblich zu dem „zwiespältigen“ Image der Stadt beigetragen haben.

Kiel hat sich schnell für die damals junge Bundesrepublik Deutschland zu einem Tor in die internationale Gemeinschaft entwickelt, wobei auch die Kieler Woche, die viele Kontakte zu anderen Staaten bahnte, eine besondere und hervorzuhebende Rolle spielte.

Heute ist Kiel Mitglied in einer ganzen Reihe von Städtebündnissen und liegt im Zentrum der Europäischen Union. Damit eröffnet sich auch in Zukunft für die Landeshauptstadt ein enormes Entwicklungspotenzial.


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